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Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit digitaler Hassrede auf Plattformen wie Telegram und anderen sozialen Medien im deutschsprachigen Raum weist bislang erhebliche Lücken auf. Das Projekt DP-R|EX setzt genau hier an: Ziel ist es, diese Forschungslücke zu schließen, indem umfassende und systematisch aufbereitete Forschungsdaten für eine wissenschaftliche Nachnutzung zur Verfügung gestellt werden. Diese beinhalten Kommunikationsinhalte aus als rechtsextrem eingestuften Telegram-Kanälen, eine fundierte Klassifikation von Hassrede sowie eine Sammlung der in diesen Kanälen geteilten YouTube-Links. Auf diese Weise schaffen wir eine qualitiativ hochwertige Grundlage für die Analyse extremitistischer digitaler Diskurse und deren Verbreitungswege.


Die Datenerhebung folgte einem sogenannten nutzerzentrierten Ansatz (Mangold & Stier, 2025). Ausgangspunkt der Datenerhebung war eine Liste von 136 offenen Telegram Kanälen, die von ausgewiesenen Experten in der Rechtsextremismusforschung als eindeutig dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet wurden. Über das offene Application Programming Interface (API) von Telegram wurden an zwei Zeitpunkten alle Nachrichten aus den 127 noch aktiven Kanälen ausgelesen und gespeichert. Die erste Datenerhebung fand von August bis September 2024 statt, die zweite im Umfeld der Bundestagswahl von Dezember 2024 bis März 2025.

Die Datenbank mit den Nachrichtentexten enthält auch basale Metadaten zu den Nachrichten: die Channel ID, die ID der Nutzenden, Zeitpunkt der Veröffentlichung, Interaktionen mit der Nachricht (Weiterleitungen usw.). In einem zweiten Schritt wurden die in den Nachrichten enthaltenen Links extrahiert und die Information erfasst, wie oft die Links in der Datenbank insgesamt enthalten waren. In einem dritten Schritt wurden nur die Links auf YouTube-Videos extrahiert. Dann wurden über die YouTube API die Metadaten der Videos, Kommentare zu den Videos, und die Transkripte der Videos heruntergeladen. In einem vierten Schritt wird eine Teilmenge der Nachrichten manuell annotiert. Dazu wurde ein Codebuch mit Annotationsanweisungen erstellt. Jede Nachricht wird einer oder mehreren Ausprägungen von Hassrede zugeordnet.

Die so entstandenen Datenkorpora werden in Kürze Forschenden zur Nachnutzung zur Verfügung stehen. Informationen zum Zugang und zu Antragsmodalitäten folgen an dieser Stelle.